Die erste Discothek der Welt!

Der Erfinder Franzkarl Schwendinger und Klaus Quirini der eigentliche Macher!

Der eigentliche Erfinder war der österreichische Kaufmann Franzkarl Schwendinger, der sein exklusives Speiselokal „Scotch Club“ aus Aachen in die erste Discothek der Welt verwandelte.

Als 1959 der Betrieb umgewandelt wurde, erschien als Stargast Camillo Felgen, der seinerzeit bei „Radio Luxemburg“ die ersten großen Erfolge feierte und ein Kölner Opernsänger, der aber die Schallplatten nur auflegte und keinen Kommentar dazu abgab. Und das war genau das, was der Betreiber Franzkarl Schwendinger nicht wollte. Die Schallplatte als „tote“ Musik sollte lebendig gemacht werden. Um sich vor der Presse nicht zu blamieren, wurde der damals 19jährige Klaus Quirini, der seinerzeit für die Aachener NRZ über die Eröffnung berichten sollte, gefragt, ob er nicht einmal eine Ansage probieren wolle. Und ob. Gleich mit der ersten Ansage: „Meine Damen und Herren, wir krempeln die Hosenbeine hoch und lassen Wasser in den Saal, denn ein Schiff wird kommen mit „Lale Andersen“ führte zu Beifallsstürmen. Das Eis war gebrochen. Quirini blieb im „Scotch Club“, nannte sich „Heinrich“ und zog in den nächsten Jahren ein gigantisches Unterhaltungsprogramm auf, daß später die ganze Welt erobern sollte. Er war es schließlich, den ursprünglichen Gedanken, die Discotheken gesellschaftsfähig zu machen, verwirklichte.

Beifall für Ansagen

Monatelang klatschten die Gäste nach jeder Ansage. Die Mitbewerber im Nachtgeschäft belächelten den „Scotch Club“ und seine Versuche auf diese Weise Unterhaltung zu schaffen.. Disc-Jockey, ein Fremdwort, kein Beruf, Quirini damals mit neunzehn noch minderjährig, ließ sich nicht beirren. Nacht für Nacht setzte er seine Schallplattenshows durch, bis in den frühen Morgen. Kämpfte verbissen um Anerkennung. Schon kam das Fernsehen und machte die Versuche lächerlich. TV-Moderator Werner Höfer, damals noch bei „Hier und Heute“ , kommentierte die Discothek als „totgeborenes Kind“.

Jockey Tanz-Bar

Übrigens am Anfang hieß der „Scotch Club“ noch gar nicht Discothek, sondern „Jockey Tanz Bar“. Ein Begriff, der auch heute noch im kommerziellen Stil Gefallen finden könnte. Der Begriff Discothek setzte sich im Rahmen mit dem moderierenden Disc-Jockey ganz langsam durch.

Erst Mitte der sechziger Jahre nahm der Duden das Wort „Diskothek“ auf.

Die Nächte mit „Heinrich“ alias Klaus Quirini begannen sich rumzusprechen und bald kamen aus dem benachbarten Niederlanden und Belgien Gäste um zu tanzen und Freundschaften zu schließen. Mit jedem Tag mehr war der Betrieb ein voller Erfolg.

Kein Einlass ohne Krawatte

Es herrschten strenge Regeln, ohne Krawatte und Jackett kein Zugang. So passierte es Frank Elstner und auch Udo Lindenberg, der damals im Aachener „Insel Tanz Café“ spielte, daß sie nicht eingelassen werden konnten, weil die berühmte Krawatte fehlte.

Das Besondere an der Discothek war aber mehr und mehr das Publikum. Es war erstaunlich festzustellen, wie sich die Gäste für die große Auswahl der Tanzmusik entschieden. Die Röhrenverstärker mit dem alten „Shure-Mikrofon“ und den übergroßen schweizer „Thorens“-Plattenspielern, vermittelten Atmosphäre und guten Sound.

Disc-Jockeys im Hörfunk

So richtig begonnen hatte die Disc-Jockey-Aera in Deutschland mit Chris Howland. In den fünfziger Jahren erklang seine Erkennungsmelodie „Melody Fair“ von Robert Farmon aus dem UKW-Studio des WDR. Millionen Menschen saßen vor dem Radio und lauschten dieser beliebten Sendung, in der locker geplaudert wurde und hemdärmelig das gewisse Etwas auf den Hörer übersprang. Chris Howland war auch derjenige, der in seiner natürlichen Art als Vorreiter in einem deutschen Sender galt. Hunderte Funk-Disc-Jockeys folgten ihm im Laufe der Jahre, mal mehr, mal weniger gut. Vielleicht, weil sich damals viele lieber Sprecher oder Moderatoren nannten und die eigentliche Aufgabe des Disc-Jockeys, verbindende Worte zu sprechen, verkannten.

Die damals „Großen“ mit Rundfunk- und Fernsehkarriere waren bestimmt Camillo Felgen, Chris Howland, Dieter „Thomas“ Heck, und in den folgenden Jahre Frank Laufenberg.. Regional und auch überregional dürfen auf keinen Fall Ado Schlier (BR), Thomas Brennicke (BR), Thomas Gottschalk (BR), Mal Sondok (WDR), Rainer Nitschke (SDR), Werner Reinke (HR), Karl-Heinz Wegener (SWF), Manfred Sexauer (SR), Gerd Michel (RB), Jürgen Jürgens (SFB), Carlo von Tiedemann (NDR), Max Schautzer, Nero Brandenburg (RIAS) und Peter Puder (DLF) fehlen, die im Laufe der Jahre dazu beigetragen hatten, daß die Schallplatte mit verbindenden Worten dem Hörer nähergebracht wurde.

Warum die Discotheken in den USA viel später kamen?

Und in den USA - Discotheken gab es erst ab 1973 - die Unions (Musikergewerkschaften) wußten es zu verhindern. Als es dann soweit war, wurde mit Gigantismus die Promotion für amerikanische Discotheken betrieben. Wer sich dann die amerikanischen Betriebe zu dieser Zeit ansah, erschrak. Die Discotheken konnten mit den europäischen Betrieben nicht mithalten, weder von der Technik, Einrichtung noch von der Atmosphäre.

"Deutsche Disc-Jockey Organisation" (DDO)
Postanschrift: Postfach 420 248 · 52036 Aachen
Tel.: 0241 / 92 0 92 77 · Fax: 0241 / 92 0 92 78
Email: quirini@-online.de
· Internet: www.asiman.com/quirini

VDM
DDU
DDO
QMD
KONTAKT
ASiman
HOME